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Bleiben, wo andere bloß warten

An keiner Haltestelle der Stadt liegen so viele Bus- und Bahnsteige nebeneinander wie an der Vennhauser Allee. Wo unentwegt aus-, ein- und umgestiegen wird, bin ich einfach mal geblieben.

Von Sebastian Dalkowski
Veröffentlicht am 13. September 2022
Haltestelle Vennhauser Allee
Den Fahrgästen wird's egal sein: An der Haltestelle Vennhauser Allee ist jeden Tag Leistungsschau der Rheinbahn. Foto: Andreas Endermann

Die Haltestelle „Vennhauser Allee“ ist weder schön noch hässlich und wäre sie nicht so groß, man würde sie glatt übersehen. Acht parallel verlaufende Bus- und Bahnsteige verteilen sich über den Platz auf sieben langgestreckten Inseln. Das übertrifft keine Haltstelle der Rheinbahn. Die U75 wendet hier kurz hinter Eller City in einer Schleife und fährt zurück nach Neuss, die Straßenbahn 705 zurück zum Unterrather S-Bahnhof. Zehn Buslinien bringen die Fahrgäste zum Unterbacher See, nach Erkrath, nach Gerresheim, zum Hafen und fast bis zum Flughafen. Das ist eine Menge für eine Haltestelle, von der sich nicht behaupten lässt, sie liege zentral oder in der Nähe bedeutender Düsseldorfer Attraktionen. Die Busse haben tiefe Fahrrinnen in den Asphalt gedrückt. Hier läuft täglich eine Leistungsschau des öffentlichen Personennahverkehrs.

Wer hier wartet, der wartet nicht lang. Keine Linie fährt tagsüber seltener als zweimal pro Stunde. So sieht es dann auch aus, wie ein Ort, an dem niemand viel Zeit verbringen muss. Die Bahn- und Bussteige sind aus undefinierbar grauen Betonplatten, die wenigen Bäume so kümmerlich, dass ihre Kronen keine Schatten werfen. Hier liegt kaum Müll, hier liegen bloß wahnsinnig viele Kippen und überall plattgetretene und schwarzgewordene Kaugummis. Dafür ist Zeit. Doch wo unentwegt ein-, aus- und umgestiegen wird, bin ich einfach für einen halben Tag geblieben.

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