Warum das tote Pferd auf der Kö juristisch wohl folgenlos bleibt

Vor knapp vier Jahren brach der 19-jährige Wallach Waiherr während eines Schützenumzugs zusammen. Vor dem Amtsgericht wurden nun Schuldige gesucht und nicht gefunden. Über einen besonderen Prozess und seine Nebenschauplätze.
Von Marc Latsch (Text)
und Andreas Endermann (Foto)
Veröffentlicht am 30. März 2026
Pferd auf der Königsallee in Düsseldorf
Pferde sind in Düsseldorf bis heute Teil von Brauchtums-Umzügen. Dieses Bild entstand beim Rosenmontagszug 2020 auf der Königsallee.

Die letzten Sekunden im Leben von Waiherr müssen grausam gewesen sein. Nachdem der Wallach mitten in der Parade der St.-Sebastianus-Schützen auf der Kö zusammenbrach, soll er noch ein paar Mal versucht haben, sich wieder aufzurichten. Immer wieder schlug er dabei mit dem Kopf auf den harten Asphaltboden und verletzte sich weiter. Erst dann wurden die Bewegungen weniger. Das Pferd war tot.

War Waiherrs Tod ein tragisches Unglück oder die Folge mehrere Verstöße gegen das Tierschutzgesetz? Diese Frage sollte am Freitag vor dem Düsseldorfer Amtsgericht geklärt werden. Das Ordnungsamt der Stadt Düsseldorf hatte gegen Waiherrs Besitzer, einen 70-jährigen Ratinger, ein Bußgeld in Höhe von 12.500 Euro verhängt. Er legte dagegen Einspruch ein. Es ist ein Fall, der für viel Interesse sorgte. Wegen dem öffentlichen Verenden des Tieres, einem selten verhandelten Sachverhalt und der juristischen und moralischen Fragen, die dabei mitschwangen. Ein Überblick.

Was ist am 16. Juli 2022 genau passiert?
Es war der Tag des kleineren Festzugs beim Schützenfest der Sebastianer von 1316. Bei schönem Sommerwetter wurden der Zug auf seinen rund 90 Minuten langen Weg geschickt und mit ihm Waiherr, dessen Reiter, ein heute 41-jähriges Mitglied des BSV Rath, als Gast teilnahm.

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