Miss Afghanistan

So sehen die Mottowagen im Düsseldorfer Rosenmontagszug 2026 aus

Der Wagenbauer Jacques Tilly und sein Team haben sich unter anderem mit Donald Trump, Wladimir Putin, dem Epstein-Fall und dem Regime im Iran auseinandergesetzt.
Von viernull
Veröffentlicht am 16. Februar 2026

Keiner kommt glimpflich davon – so viel ist nach Ansicht der Zeichnungen von Wagenbaumeister Jacques Tilly sicher. Gemeinsam mit seinem Team hat er mehr als ein Dutzend Motive umgesetzt, in denen sie sich mit der deutschen und der internationalen Politik beschäftigt. Die volle Freiheit für die Satire bleibt oberstes Gebot im Düsseldorfer Karneval, auch und gerade nachdem in Russland ein Prozess gegen Jacques Tilly läuft. Am Rosenmontag sind die Wagen dann in der NRW-Landeshauptstadt unterwegs. Wir geben hier einen Einblick in die Ideen von 2026:

Drohne

Putin I
Der Kreml-Chef perfektioniert den Drohnen-Krieg – auch in Deutschland: Er lässt die AfD auf das Land los. Und lenkt sie per Fernbedienung. Das wird der braunen Drohne Alice Weidel nicht gefallen.

Epstein

Epstein
Jeffrey Epstein: Der Teufel in Person, der nach seinem Tod mehr denn je die Schlagzeilen beherrscht, weil weltweit prominente Menschen sich in seiner Gunst sonnten. In USA ist das Thema in den Medien täglich präsent, obwohl Trump versucht, davon abzulenken.

Europa verschlucken Kopie

Europa
Düstere Aussichten: Trump wie Putin versuchen, Europa zu verschlingen oder den Kontinent zu zerreißen. Ein dicker Brocken allerdings, an dem sie sich verschlucken werden.

Kälte in der Ukraine

Ukraine
In der Ukraine frieren zigtausende Menschen, weil die Russen die Energieversorgung immer wieder attackieren. Die eisige Kälte wird als Waffe eingesetzt, es ist der pure Terror gegen die Bevölkerung. Sie soll mürbe gemacht werden. Funktioniert hat das noch nie. Im Gegenteil. 

Kinheit mit Handy Kopie

Social Media
Früher haben Kinder Bücher gelesen, heute starren sie aufs Handy. Australien verbietet Social Media für junge Menschen, andere Länder denken darüber nach. Ob‘s was bringt? Ob‘s funktioniert?

Mullahs schmelzen Kopie

Iran
Die Macht der Mullahs erodiert. Tausende haben sie zuletzt getötet, als die Menschen auf die Straße gingen. Aber mit ihrer unfassbaren Grausamkeit erreichen sie das Gegenteil von dem, was sie wollen: Die Wut wächst, die Zeit der islamistischen Kleptokraten rinnt dahin.

Miss Afghanistan

Afghanistan
Die Taliban haben ihr Land ins Mittelalter zurück katapultiert, Frauen sind für sie völlig rechtlos. Immer schlimmer werden die grausamen Torturen, die diese Islamisten ihnen antun. Es ist unvorstellbar, aber die Welt schaut weg.

Putins Narrenfreiheit

Putin II
Der russische Diktator und der Hoppeditz haben sich gegenseitig erwischt. Der eine mit dem Dolch, der andere mit dem närrischen Zepter. Der Unterschied ist in den Gesichtern zu erkennen: Putin spürt den Schmerz, der Narr hingegen lacht immer noch. Als Letzter sozusagen.

Rentner

Rente
In diesem Fall hat keiner etwas zu lachen: weder der junge Mensch, der allein den Wagen zieht, noch die Rentner, die wenig glücklich in dem Wagen stehen. Eindeutig ist dennoch, wer den härteren Job hat.

Senftöpfe

Senftöpfe
Das Düsseldorfer Motiv: Der hiesige Mostert war im zurückliegenden Jahr mit mehreren schlechten Nachrichten verbunden. Die Produktion von Löwensenf verlässt die Stadt, der Senfladen in der Altstadt bleibt geschlossen. Gut nachzuvollziehen also, dass der Schlossturm hier Tränen vergießt.

Steigende Mieten

Mieten
Noch ein lokales Thema, aber eines, das für viele Städte gilt: Die Wohnpreise steigen und steigen trotz aller Gegenmaßmahnen.

Trump ICE Kopie 2

Trump II
Personen aus dem kirchlichen Umfeld kommen bei Jacques Tilly normalerweise nicht gut weg, diesmal aber erzeugt er Mitleid mit ihnen. Jesus, der „Liebe und Menschlichkeit“ auf der Brust stehen hat, kassiert eine rechte Gerade von US-Präsident Trump. Auf dessen Schlagarm steht der Namen der Zollbehörde ICE.

Verbrenner

Wirtschaft
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) haben sich zugunsten des Verbrennermotors eingesetzt. Die Einschätzung aus Düsseldorf dazu ist eindeutig: So wird die deutsche Autoindustrie zum Dino. Und dessen Schicksal ist bekannt.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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