Peter Inhoven: Düsseldorfs berühmtester Metzger ist pleite

Schlangen vor dem kleinen Geschäft in Wersten und ungewöhnliche Wurstkreationen, ein Auftreten wie ein Showmaster – das waren seine Markenzeichen. Das ist nun vorbei. Der 57-Jährige erlitt eine Hirnblutung und ist wie seine Firma insolvent. Aber man versucht einen Neustart.
Von Hans Onkelbach (Text)
und Andreas Endermann (Foto)
Veröffentlicht am 2. Februar 2026
Metzger Peter Inhoven

Foto: Andreas Endermann
Peter Inhoven in seinem Element: Wurst war sein Leben, und er schuf einen regelrechten Zirkus drumherum.

Er war nicht nur in Düsseldorf berühmt für seine Grill-Würstchen, die Kunden reisten weit aus dem Umland an und standen Schlange vor seinem Laden. Nun die doppelte Pleite: Peter Inhoven musste als Privatmann die Hände heben, und seine Firma hat ebenfalls Insolvenz angemeldet. Ein tiefer Sturz für diesen Mann, der einst bekannt war für die von ihm zelebrierte pure Fleischlust, der in selbst inszenierten Shows oder im Fernsehen auftrat.

Als Inhoven seinerzeit seinen Job mal als Wurstzirkus beschrieb, da nickten alle, die ihn kannten. Ja, genau, das traf es. Er selbst immer und sichtlich gerne mittendrin in der Manege, um ihn herum zwar keine Akrobaten, aber jede Menge schriller Ideen rund um alles, was man aus Schwein, Rind, Huhn oder Schaf machen kann. Ihm ging es nicht nur bescheiden um die Wurst, vielmehr machte er sie in zig Variationen zum kulinarischen Kunstwerk. Und, um im Bild zu bleiben, wenn Inhoven – meist in enger, schwarzer Joppe mit Epauletten auf den Schultern – ins Scheinwerferlicht trat, dann waren die Sitzreihen dicht besetzt.

King Laos und Scharfe Sau
Der Metzgermeister machte es zur Kunst, hochkalorische Köstlichkeiten zu kreieren und sie mit viel Talent und Humor an die Leute zu bringen. Allein die Namen waren ein Genuss: King Laos (mit Zitronengras), Politbüro (Rote Bete), Highländerin (mit schottischem Malt Whiskey) oder die Scharfe Sau, die ihrem Namen mit Chili-Schoten alle Ehre machte. Bewusst setzte Inhoven auf Farben: Mit den Zutaten kamen auf einmal rote, grüne oder blaue Würstchen auf den Grill oder in die Pfanne. Das schmeckte nicht nur exotisch, sondern sah auch so aus. Genau das, was die Menschen haben wollten und, nach der ersten Begegnung regelrecht süchtig, immer wieder kauften. 

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