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Thomas Rempen ist tot – er bescherte Düsseldorf die Gehry-Bauten

In der Werbe-Branche gilt der Mann bis heute als Star – viele bewunderten, manche hassten ihn. Dass es ohne ihn die berühmten Bauten im Hafen nicht gäbe, wissen nur wenige. Eine seiner anderen Visionen: Den Flughafen in die Grube des Braunkohletagebaus nach Garzweiler verlegen.
Veröffentlicht am 30. November 2023
Thomas Rempen
Thomas Rempen vor den Gehry-Bauten: Das Bild hat Marina Weigl 2018 von ihm gemacht.

Die Welt, in der Thomas Rempen lebte und arbeitete (was bei ihm dasselbe war), ist ein Paralleluniversum und es heißt Werbung. Dort gibt es einige hell leuchtende zentrale Gestirne, um die mehr oder weniger große Trabanten kreisen. Ab und zu taucht ein Komet mit grellem Licht auf, dockt an oder verglüht in den Tiefen des Raums. Wer in diesen Sphären lebt, fühlt sich als Teil von etwas Großem, Mächtigem, Kreativem und Zerstörerischem. Die anderen, die draußen, haben keine Ahnung, was da unmittelbar neben ihrem Dasein vor sich geht. Düsseldorf ist seit Jahrzehnten Teil dieses Sonnen- und Planetensystems. Die großen Namen waren/sind Grey, Team BBDO, Ogilvy und Butter.

Mitten drin: Thomas Rempen. Er war unter anderem Inhaber der gleichnamigen Agentur, und um sich herum scharte er Frauen und Männer, die sich im Licht des Meisters sonnten, von ihm lernten – oder auch nicht. Vielen war er Lehr-, anderen Zuchtmeister, und sie schwärmen bis jetzt von ihm. Große Marken hat er präsentiert, Siemens, Siedle, Mazda. Aber was ihn damals auch außerhalb der kreativen Blase mit einem Schlag berühmt machte, waren zwei Projekte, die nichts mit Werbung zu tun hatten.

Die Gehry-Bauten
Ende der 1980er Jahre sitzt Rempen mit seiner Firma am Rathausufer. Um die 100 Leute arbeiten für und mit ihm, und er braucht mehr Platz. Den findet er jedoch nicht. Jedenfalls nicht den, den er haben will. Seine Ansprüche sind hoch. Fasziniert ist er schon lange von der Umwandlung des Industriehafens in das Viertel, das wir heute als Medienhafen kennen. In diesen Jahren beginnt es zu wachsen. Rempen fällt auf, dass der Blick von der Kniebrücke auf Brachgelände fällt, das direkt ans Wasser grenzt. Das soll seine neue Adresse werden, beschließt er. Er schafft es, 1989 das Grundstück von der Stadt zu bekommen und wird vom Werber zum Investor und Bauherrn. Die Stadt hat er vor allem mit dem Versprechen überzeugt, einen internationalen Architektenwettbewerb für ein Objekt auszuloben, das die Menschen faszinieren und das Viertel prägen soll.

Den Zuschlag bekommt die irakisch-britische Architektin Zaha Hadid. Ihr Entwurf ist von bestechender Ästhetik, verspricht den erwünschten Hingucker. Leider ist er bautechnisch nicht umsetzbar. Also geht die Suche erneut los. Nun helfen Rempens Kontakte zu Frank O. Gehry. Der hat zwar eigentlich keine Zeit, lässt sich aber – nicht zuletzt durch den Blick vom Rheinturm auf das Gelände – überzeugen und entwickelt die Idee der Bauten, die wir heute sehen. Und die zu einem neuen Wahrzeichen Düsseldorfs werden. Der Bau ist eine Herausforderung für alle. 240 Sondergenehmigungen sind einzuholen, die Handwerker, um korrekt-gerades Arbeiten bemüht, sollen auf einmal bewusst schief konstruieren. Eine Reihe von nervenaufreibenden Tagen, Wochen und Monaten vergehen, bis die drei Objekte Vater, Mutter und Kind im Oktober 1999 fertig und bezogen werden. Seitdem gehören sie zum Bild der Stadt und sind von Millionen Menschen bestaunt worden.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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