Rheinmetall baut Kamikaze-Drohnen
Nebelwerfer sind auf dem Schlachtfeld ein altbewährtes Kampfmittel. Menschen und Material verschwinden darin und bieten dem Feind keine Zielscheibe mehr. In der Kommunikation werden sie ebenfalls gern genutzt, verbal natürlich. Sie sollen verschleiern, was deutlich ausgesprochen vielleicht zu krass klingen würde. Anders als im Krieg funktionieren sie da allerdings nie, oder nur sehr kurz.
Womit wir beim Thema Rheinmetall wären. Das Düsseldorfer Unternehmen verbreitete jetzt eine Mitteilung, deren erster Satz so lautet: „Rheinmetall hat sein neues Loitering Munition System FV-014 erfolgreich einem potentiellen NATO-Kunden vorgeführt.“
Ein Streuner
Loitering? Kennt kein Mensch. Es sei denn, seine Englisch-Kenntnisse sind sehr gut. Gemeint ist damit herumstreunen, herumlungern. Das ist zwar auch nicht gerade eine positiv besetzte Bedeutung, klingt aber dennoch harmlos. Es geht allerdings um Drohnen und genauer und Kamikaze-Drohnen für den Kampf. Jene Flugkörper also, die seit Monaten das Kriegsgeschehen in der Ukraine prägen und dort klargemacht haben, wie grundlegend sich heutige Kämpfe von allem unterscheiden, was es bisher beim gegenseitigen Abschlachten gegeben hatte. Im sonst detailreichen, aber bei der Bezeichnung des Objekts nebulösen Text des Unternehmens taucht der Begriff „Kamikaze-Drohne“ lediglich einmal auf – und zwar im Datenblatt, das die technischen Details dieser Maschine beschreibt.
Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.
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