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Digitale Detektivin

In der neuen Folge unseres Podcasts geht es um einen spektakulären Millionen-Betrug Anfang der Achtziger bei der Metro. Damit solche Fälle heute nicht mehr vorkommen, sind Expert:innen wie Brigitte Jordan im Einsatz. Sie erklärt, wie man bei Unternehmen Unregelmäßigkeiten entdeckt.

Von Hans Onkelbach
Veröffentlicht am 6. Mai 2022
Brigitte Jordan
Revidata-Chefin Brigitte Jordan. Ihr Unternehmen spürt mit speziellen Computerprogrammen Ungereimtheiten in den Finanzen von Firmen auf. Foto: Andreas Endermann

An diesem tatsächlich so vorgekommenen Fall kann man erklären, um was es geht: Bei einer Firma war versehentlich ein hoher sechsstelliger Betrag zweimal an einen Lieferanten überwiesen worden. In der eigenen Buchführung, in der täglich viele Transaktionen ablaufen, fiel das nicht auf. Der Empfänger des Geldsegens jedoch war ein ehrlicher Mensch, meldete sich und überwies das Geld zurück.

Nun würde der Laie sagen, Glück gehabt, alles gut, Haken dran. Aber das Gegenteil ist richtig: Bei der Firma, die doppelt gezahlt hatte, schrillten alle Alarmglocken in der Chefetage. Denn wenn einmal so etwas möglich ist, kann das öfter vorkommen. Oder ist bereits mehrfach vorgekommen.

Genau an diesem Punkt setzt das Knowhow des Unternehmens Revidata aus Düsseldorf an. Diese Spezialisten haben Programme entwickelt, mit denen sie Durchblick bringen in das dichte Gestrüpp von internen Buchungsvorgängen. Ein Computerprogramm läuft mit, sozusagen im Hintergrund, und checkt sämtliche Bewegungen auf allen Konten. Gibt es ungewöhnliche Vorgänge – wie zum Beispiel Doppelbuchungen mit identischen Summen – oder andere von der Norm abweichende Muster, werden diese angezeigt. Das Programm legt sozusagen den Finger auf den wunden Punkt, damit man weiß, wo man genauer hinsehen sollte. Anders gesagt: Die Software sucht und findet die Nadel im Heuhaufen. Wozu ein Mensch (Buchhalter, Revisor, Wirtschaftsprüfer) trotz aller Kenntnisse niemals in der Lage wäre.

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