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Mobilitätstationen: Wichtig für die Verkehrswende, zu wichtig für den Geldgeber

An drei Orten in der Stadt gibt es nun die Möglichkeit, verschiedene Verkehrsmittel zu kombinieren und damit das eigene Auto überflüssig zu machen. Am Friedensplätzchen wird das Angebot sehr gut angenommen, am Stadttor wirkt die Mobilitätstation vereinsamt. Neu dabei ist der Kirchplatz.

Von Christian Herrendorf
Veröffentlicht am 18. Oktober 2022
Mobilitätsstation Friedensplätzchen Düsseldorf
An dieser Stelle des Friedensplätzchens und der dortigen Mobilitätstation kann man sich Lastenräder und E-Bikes mieten. Foto: Andreas Endermann

Die Verkehrswende beginnt immer mit der gleichen Frage: Wie schafft man ein Angebot, das attraktiver ist als ein Fahrzeug, auf das man jederzeit zugreifen und in dem man alleine sitzen kann? Eine Stadt kann mehr Busse und Bahnen auf die Strecke schicken, neue und gute Radwege bauen, aber so bequem wie im eigenen Auto ist man dann immer noch nicht unterwegs. Eine wahre Alternative müsste die Nachteile beseitigen, die der hauseigene Pkw hat. Das wäre der Fall, wenn man keinen Parkplatz mehr suchen und sich keine Gedanken über Emissionen machen müsste sowie das Ganze auch für kurze Strecken nutzen könnte.

Wir reden also von einer eierlegenden Wollmilchsau. Ausnahmsweise ist diese rhetorische Figur nicht als Gegenargument gemeint, sondern ein Ideal, dem man nahekommen kann. Die eierlegende Wollmilchsau könnten die Mobilitätstationen sein, die es in anderen Großstädten bereits gibt und die nun auch in Düsseldorf entstehen. Der Grundgedanke: An einem Ort stehen den Nutzer:innen verschiedene Verkehrsmittel verlässlich zur Verfügung, sie können immer dasjenige nehmen, das zu ihrer nächsten Tour passt: Auto, Scooter, Roller, Lasten- oder Normalrad.

Wichtig ist dann noch, dass diese Eier-Wolle-Milch-Orte nah sind. Wenn das für möglichst viele Einwohner:innen gelten soll, braucht es auch entsprechend viele Mobilitätstationen in einer Stadt. In Düsseldorf soll bis zum Jahr 2030 ein Netz mit rund 100 Punkten entstehen.

Wie diese aussehen werden, kann man sich in Unterbilk und Friedrichstadt anschauen. Dort sind die ersten drei Stationen entstanden – jeweils mit Sharing-Möglichkeiten für Autos und diverse (motorisierte und -nicht-motorisierte Zweiräder), Abstell-Bügeln und Garagen für Räder sowie Reparatur-Säulen, die mit Werkzeugen und Luftpumpen ausgestattet sind.

Ich habe alle Mobilitätstationen mehrfach besucht. Sie sind in Lage, Wirkung und Reaktion der möglichen Zielgruppen unterschiedlich – und folglich jede für sich lehrreich mit Blick auf die Frage, ob und wie diese Orte für die Verkehrswende wirken.

Das Musterbeispiel: Friedensplätzchen

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