Echter Radweg auf der Kö kommt
Wenn man etwas vermarkten, aber nicht lange nachdenken möchte, hängt man einfach ein „für alle“ hinten dran. So gibt es in Düsseldorf eine „Oper für alle“, „Fortuna für alle“, sogar „Toiletten für alle“ und seit kurzem auch „Wege für alle“. Dass Letzteres mehr als ein Slogan ist, wird bald an der Königsallee sichtbar. Dann werden dort Autofahrbahn, Parkplätze, Bürgersteig und ein Radweg nebeneinander liegen.
Das hat Oberbürgermeister Stephan Keller angekündigt, als er darüber sprach, wofür die Stadt 2026 ihr Geld ausgibt: „Wir gehen auch endlich einen echten Radweg auf der Königsallee an.“ Die Bezeichnung „echt“ passt insofern gut, als es bisher nur Möglichkeiten gibt, irgendwie mit dem Rad von einem Ende der Kö zum anderen zu kommen. Die Wege am Kö-Graben sind zwar rot wie Radwege, laut der Schilder aber ein Gehweg, der lediglich für Radfahrende „frei“ ist. Das bedeutet faktisch Slalom oder Absteigen. Der Gehweg an den Geschäften ist komplett für Flanierende reserviert, und auf der Fahrbahn ist so viel los, dass man auf dem Rad lernt, was in den Nachrichten mit zähfließendem Verkehr gemeint ist.
Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.
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