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Wo man am Rosenmontag in Düsseldorf die meisten Kamellen fängt

Beim Karnevalszug konkurriert man mit Zehntausenden um die Süßigkeiten, die von den Wagen geworfen werden. Ich habe von einem Naturwissenschaftler gelernt, wie man seine Chancen verbessert.

Veröffentlicht am 11. Februar 2024
Kamelle im Düsseldorfer Rosenmontagszug
Süßigkeiten, die von Wagen im Rosenmontagszug geworfen werden, fliegen in der Regel erst in einem Bogen nach oben und sinken dann zügig herab, wenn die Schwerkraft volle Wirkung entfaltet.

Tobias Löffler geht am Rosenmontag als Hauptfigur aus dem Kinderbuch „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“. Der Mann hat offensichtlich Humor und ist zum Glück auch noch Physiker. Als Dozent der Heinrich-Heine-Universität moderiert er in Düsseldorf zum Beispiel das Format „Echt oder Fake?“ im Zakk, bei dem das Publikum rät, ob etwas wirklich Wissenschaft oder frei erfunden ist.

Folglich war Tobias Löffler der ideale Gesprächspartner für eine Frage, die wir uns in der Redaktion gestellt haben: Wo fängt man im Rosenmontagszug die meisten Kamellen? Kann man das berechnen? Der Wissenschaftler und Karnevalsfan hat diese Fragen sowohl nach Naturgesetzen als auch jecken Kriterien beantwortet.

Mathe sagt Mitte
Die Stochastik ist selbst bei Freunden höherer Rechenkunde wenig beliebt. In mindestens einem Punkt ist sie aber extrem lebensnah – wenn es um die so genannte Normalverteilung geht. Ein einfaches Beispiel: Wenn man statistisch erfasst, wie lang Erwachsene sind, dann wird es einige geben, die es auf 1,50 oder 1,60 Meter bringen. Ebenso werden einige zwei Meter oder noch länger sein. Und die meisten Einträge liegen zwischen 1,70 bis 1,80 Meter. Stellt man sich das Ganze nun als Balkendiagramm vor, dann gibt es links und rechts (bei 1,50 Meter und bei über zwei Metern) kleinere Balken und in der Mitte größere. Legt man eine Kurve über diese Balken, ergibt sich eine Glocke.

Diese Glocke ist das Ergebnis in vielen Lebensbereichen von der durchschnittlichen Schlafdauer bis zur Höhe des Intelligenzquotienten. Und sie passt auch zum Rosenmontagszug. Die Menschen auf den Wagen sind unterschiedlich groß und unterschiedlich stark. Sie werfen also aus unterschiedlicher Höhe und unterschiedlich weit. Wenn man alle ihre Bonbons auf den Boden fallen lassen würde, dann ergäbe sich daraus eine Normalverteilung. Das heißt vorne wenig, hinten wenig, in der Mitte viel. Jetzt muss man nur noch herausfinden, wo diese Mitte genau ist.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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