Prognose: Zur Kirmes wird es kein Feuerwerk mehr geben
Die „St. Sebastianus Schützen von 1316“ stehen ein halbes Jahr vor der großen Kirmes vor einer Zäsur: Weitermachen wie bisher oder die Konsequenzen aus dem Unfall vom vergangenen Sommer ziehen? Der Verein ist Veranstalter des Fests auf den Düsseldorfer Rheinwiesen und damit auch des Feuerwerks. Sein Vorsitzender, Andreas Paul Stieber, lässt sich nicht einmal die Tendenz einer Aussage entlocken, wie das interne Votum ausfällt. Dass es eine Marschrichtung gibt, dürfte feststehen. Aber wohin die geht, das will man erst in ein paar Wochen verkünden. Immerhin gibt man zu, sehr genau hinzuhören, was die Menschen in der Zeit nach der Explosion gesagt haben.
In den zahlreichen Kommentaren zu der Frage waren nach meiner Wahrnehmung diejenigen gegen das Feuerwerk in der Mehrheit. Die Menschen verwiesen auf die Sicherheitsrisiken und lobten die nun zur Verfügung stehende Alternative – Drohnen-Shows. Bei den Befürwortern von Raketen und Böllern überwog ein anderes Argument: Tradition. Am Ende werden wir also abwägen müssen zwischen ihr und Sicherheit.
Zur Erinnerung: 18. Juli 2025, der Freitag vor dem zweiten und letzten Kirmessonntag. Wie immer versammeln sich Hunderttausende in Düsseldorf, um vom Rheinufer oder den Brücken das Feuerwerk zu bestaunen. Bei Einbruch der Dunkelheit geht es los, auf den Oberkasseler Rheinwiesen zünden Pyrotechniker die Raketen und Bomben. Doch dieses Mal passiert ein Fehler: Wegen einer defekten Abschussrampe fliegt eine so genannte Kugelbombe nicht nach oben, sondern in Richtung der benachbarten Kniebrücke. Dort stehen die Menschen dicht an dicht. Die Feuerwerkskörper explodieren vor ihnen. 19 Zuschauerinnen und Zuschauer werden verletzt, einige davon schwer, auch Kinder sind unter den Opfern. Dass es keine tödlichen Verletzungen gab, grenzt an ein Wunder.
Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.
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