Prognose: Zur Kirmes wird es kein Feuerwerk mehr geben

Im Juli 2025 ist Düsseldorf knapp an einer Katastrophe vorbei geschrammt. 19 Verletzte gab es damals, als Sprengkörper nahe am Boden explodierten. Bald fällt die Entscheidung, ob das Spektakel erneut stattfindet. Nein, glaube (und hoffe) ich, denn es gibt eine Alternative: Drohnen-Shows.
Von Hans Onkelbach (Text)
und Andreas Endermann (Foto)
Veröffentlicht am 26. Januar 2026
Drohnenshow und Feuerwerk Rheinkirmes 2025

Foto: Andreas Endermann
Der Rheinturm links in der Realität, rechts als Abbildung. Solche präzisen Bilder können nur Drohnen in den Himmel zaubern.

Die „St. Sebastianus Schützen von 1316“ stehen ein halbes Jahr vor der großen Kirmes vor einer Zäsur: Weitermachen wie bisher oder die Konsequenzen aus dem Unfall vom vergangenen Sommer ziehen? Der Verein ist Veranstalter des Fests auf den Düsseldorfer Rheinwiesen und damit auch des Feuerwerks. Sein Vorsitzender, Andreas Paul Stieber, lässt sich nicht einmal die Tendenz einer Aussage entlocken, wie das interne Votum ausfällt. Dass es eine Marschrichtung gibt, dürfte feststehen. Aber wohin die geht, das will man erst in ein paar Wochen verkünden. Immerhin gibt man zu, sehr genau hinzuhören, was die Menschen in der Zeit nach der Explosion gesagt haben.

In den zahlreichen Kommentaren zu der Frage waren nach meiner Wahrnehmung diejenigen gegen das Feuerwerk in der Mehrheit. Die Menschen verwiesen auf die Sicherheitsrisiken und lobten die nun zur Verfügung stehende Alternative – Drohnen-Shows. Bei den Befürwortern von Raketen und Böllern überwog ein anderes Argument: Tradition. Am Ende werden wir also abwägen müssen zwischen ihr und Sicherheit.

Zur Erinnerung: 18. Juli 2025, der Freitag vor dem zweiten und letzten Kirmessonntag. Wie immer versammeln sich Hunderttausende in Düsseldorf, um vom Rheinufer oder den Brücken das Feuerwerk zu bestaunen. Bei Einbruch der Dunkelheit geht es los, auf den Oberkasseler Rheinwiesen zünden Pyrotechniker die Raketen und Bomben. Doch dieses Mal passiert ein Fehler: Wegen einer defekten Abschussrampe fliegt eine so genannte Kugelbombe nicht nach oben, sondern in Richtung der benachbarten Kniebrücke. Dort stehen die Menschen dicht an dicht. Die Feuerwerkskörper explodieren vor ihnen. 19 Zuschauerinnen und Zuschauer werden verletzt, einige davon schwer, auch Kinder sind unter den Opfern. Dass es keine tödlichen Verletzungen gab, grenzt an ein Wunder.

Explosion auf der Kirmes in Düsseldorf.
So sah die Explosion des Feuerwerkskörpers aus, der nicht am Himmel, sondern auf Höhe der Rheinkniebrücke explodierte. Foto: David Young

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

Unser Journalismus ist werbefrei und unabhängig, deshalb können wir ihn nicht kostenlos anbieten. Sichern Sie sich unbegrenzten Zugang mit unserem Start-Abo: die ersten sechs Monate für insgesamt 1 Euro. Danach kostet das Abo 10 Euro monatlich. Es ist jederzeit kündbar. Alternativ können Sie unsere Artikel auch einzeln kaufen.

Start-Abo: 6 Monate für 1 Euro

Artikel einzeln kaufen (2 EUR)

Schon Mitglied, Freundin/Freund oder Förderin/Förderer?

Hier einloggen


Lust auf weitere Geschichten?