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Liebeserklärung ans Löricker

Das Freibad im linksrheinischen Düsseldorf beendet eine kurze und bittere Saison. Zeit für ein paar aufmunternde Worte, die ich dem Löricker immer schon mal sagen wollte.

Veröffentlicht am 1. September 2023
Freibad Lörick
Von den Schwimmbecken des Löricker Freibads muss unser Autor jetzt bis Mai 2024 Abschied nehmen. Es fällt ihm wahrlich nicht leicht. Foto: Andreas Endermann

Die Düsseldorfer SPD beantragt schon wieder, weniger Hallenbäder im Sommer zu schließen. Ich plädiere dafür, ein Freibad ganzjährig zu öffnen. Und zwar nicht irgendein Freibad, sondern das Löricker.

2023 war sicher einer der am wenigsten geeigneten Zeiträume, um die alte Liebe zu einem Freibad wiederzuentdecken. Aber der irische Sommer dieses Jahres hat genau das bewirkt. Dabei gehe ich nicht mal lange schwimmen, sondern nur gerne. 20, vielleicht 30 Minuten, dann breche ich wieder auf. Zum Besuch gehören aber auch der Weg am Rhein entlang und der Anblick.

Das Löricker liegt leise in seiner Aue. Wenn man sich ihm langsam nähert, hört man nur ein leichtes Plätschern, mehr nicht. Die Wiese des Freibads scheint unberührt, darauf stehen die Mülleimer in gleichmäßigen Abständen. Hätte Monet im 21. statt im 19. Jahrhundert gelebt, dann hätte er nicht Seerosen in Giverny gemalt, sondern Gelbe Tonnen in Lörick.

Der Anblick macht offensichtlich etwas mit meinen Herzen. Früher bin ich unter der Kaltwasserdusche am Übergang zu den Becken schneller weggesprungen als mein Schatten. Dieses Jahr habe ich ihren Knopf meist zwei Mal gedrückt und auf den ersten Bahnen in Ruhe betrachtet, dass meine Haut so ähnlich aussah wie die Noppen am Boden des Beckens. Gänsehaut, der Neopren des trotzigen Schwimmers.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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