Eier sortieren mit dem uralten Windows 95

Der Landwirt Peter Huber nutzt das fast antike Betriebssystem in seinem Betrieb mit 30.000 Legehennen. Es läuft seit mehr als 30 Jahren – dennoch und gerade deshalb hat der Düsseldorfer eine Sorge.
Von Thomas Kalus (Text)
und Meike Schrömbgens (Foto)
Veröffentlicht am 2. April 2026
Landwirt Peter Huber aus Düsseldorf Hubbelrath
Peter Huber an dem Computer, über den er die Eiersortier-Anlage auf seinem Hof steuert.

Wenn Landwirt Peter Huber seine Eiersortiermaschine anwirft, vibrieren die Wände. Das ratternde Ungetüm aus Eisen und Stahl füllt eine 500 Quadratmeter große Halle fast komplett aus. Das Besondere: Ohne das mehr als 30 Jahre alte Betriebssystem Windows 95 würde die Maschine gar nicht mehr laufen.

August 1995: Der US-amerikanische Tech-Riese Microsoft bringt sein Betriebssystem Windows 95 auf den Markt – mit der bis dahin größten Werbekampagne aller Zeiten. Die Einführung des neuartigen „Start“-Knopfes wird in Fernsehspots passend mit dem Song „Start Me Up“ von den Rolling Stones untermalt. Das Empire State Building erstrahlt in den Windows-Farben, und Bill Gates kommt eigens auf die Messe Cebit in Deutschland, um das System vorzustellen. Viele haben noch heute die von Brian Eno komponierte, sechs Sekunden lange, nachhallende Melodie im Ohr, die damals beim Anklicken des Start-Buttons erklang. Der Ton und die farbenfrohe Optik auf dem Bildschirm wurde zum vertrauten Bild für zig Millionen Menschen.

Auch und ganz besonders für Düsseldorfer Landwirt Peter Huber. Denn der arbeitet noch immer jeden Tag mit dem gut 30 Jahre alten Betriebssystem. Und das läuft und läuft und läuft. Auf seinem Hühnerhof im Stadtteil Hubbelrath, unweit der Stadtgrenze zu Ratingen, besitzt er rund 30.000 Hennen. Die legen eine Menge Eier jeden Tag, und die wollen ordentlich sortiert sein. Das übernimmt die riesige Maschine, deren Software von Windows 95 gelenkt wird.

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