Warum trotz allem ein neues Technisches Rathaus gebaut werden sollte

Das für Oberbilk geplant Gebäude ist nach der Oper Düsseldorfs größtes Bauprojekt – doch plötzlich stellen Rathausspitze, CDU und Grüne es in Frage. In meinem Kommentar erörtere ich die Alternativen und plädiere dafür, auf Kurs zu bleiben.
Veröffentlicht am 17. Februar 2026
Neues Technisches Rathaus Düsseldorf
So sieht der Siegesentwurf für den IHZ-Park in Oberbilk aus. Visualisierung: Architekturbüro "AllesWirdGut Architektur ZT GmbH Wien München"

Computer-Bilder von geplanten Gebäuden wirken normalerweise faszinierend auf die Spitzen des Rathauses und der Politik. Beim neuen Technischen Rathaus war das ursprünglich auch so. Als der Siegerentwurf im September 2022 präsentiert wurde, sagte Oberbürgermeister Stephan Keller: „Das als Hochhaus konzipierte Bauwerk setzt einen Meilenstein in der Stadtplanung und zur Erreichung unserer Klimaziele. Zeitgemäße und flexible Arbeitsplätze setzen nicht nur Maßstäbe für die Arbeitgeberin Stadtverwaltung Düsseldorf, sondern bieten den Bürgerinnen und Bürgern bessere und schnellere Verwaltungsabläufe.“

Geplant war, ein rund 110 Meter hohes Gebäude am IHZ-Park in Oberbilk zu schaffen. Den siegreichen Entwurf hatte eine Bietergemeinschaft unter Führung des Architekturbüros „AllesWirdGut Architektur ZT“ aus Wien vorgelegt. In das Hochhaus sollten vor allem die Ämter ziehen, die sich mit technischen Themen beschäftigen, etwa das Verkehrsmanagement oder die Stadtplanung. Deshalb heißt das Projekt offiziell „Neues Technisches Verwaltungsgebäude (TVG)“. Der Baubeginn war für das zweite Quartal dieses Jahres geplant, die Fertigstellung für das Jahr 2030.

Mittlerweile haben sich Ton und Faszination allerdings verändert. In der Ratssitzung im Februar 2026 ging es nicht mehr um Architektur. Vielmehr sprach man über „Rahmenbedingungen“ und „Optimierungspotentiale“. Passend dazu beschlossen CDU und Grüne mit ihrer Mehrheit nicht die nächsten Schritte des Baus, sondern neue Prüfaufträge. Die Verwaltung soll schauen, welche Alternativen es zum bisherigen Plan gibt. Über das Ergebnis möchte man „nach der Sommerpause 2026“ sprechen.

Eine wesentliche Ursache für diesen Meinungs-Umschwung dürften die Kosten sein. Ursprünglich wurden mal 130 Millionen Euro kalkuliert, mittlerweile muss man von einer halben Milliarde Euro ausgehen. Das fällt in eine Zeit, in der mit dem Ersatzbau für die Theodor-Heuss-Brücke und der neuen Oper zwei andere Großprojekte anstehen. Und in eine Zeit, in der im städtischen Etat die Rücklagen schwinden und die Schulden wachsen.

Die Alternativen: Was für und gegen sie spricht

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