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SPD-Wunsch nach Hock-Urinalen: Eine Partei und ihre Kluft zur eigenen Basis

Düsseldorfs Sozialdemokraten haben derzeit wenig Grund zur Freude. Ihr früherer Oberbürgermeister Thomas Geisel desertiert zu Sahra Wagenknecht, ein neuer Spitzenkandidat für die nächste Kommunalwahl ist nicht in Sicht. Und der Antrag für ein „gendergerechtes Pissoir“ wird zum Sinnbild für die Lage der Partei.

Von Hans Onkelbach (Text)
und Andreas Endermann (Foto)
Veröffentlicht am 23. Januar 2024
Ratssitzung vom 7. September 2023
Ein Blick in die Reihen der SPD im Düsseldorfer Stadtrat (von links): Tobias Kühbacher, Martin Volkenrat, Burkhard Albes, Gottfried Panhaus (Volt), Ursula Holtmann-Schnieder und Marina Spillner.

Vorweg dieses Fazit, das im Zusammenhang mit den Sozialdemokraten immer wieder zu lesen ist: „Die SPD hat den Bezug zu ihrer ursprünglichen Basis verloren und weiß nicht mehr, was die Menschen wirklich berührt, besorgt, interessiert und umtreibt.“

Wie berechtigt diese Einschätzung ist, zeigt eine kleine, aber typische Episode im Düsseldorfer Ordnungs- und Verkehrsausschuss. Dort brachte die SPD-Fraktion einen Antrag ein, in dem sie fordert, den Einbau von so genannten gendergerechten Hock-Urinalen im gesamten Stadtgebiet zu prüfen.

Der Antrag im Wortlaut: „Der Ausschuss beauftragt die Verwaltung, Kontakt mit der Senatsverwaltung von Berlin aufzunehmen und zu prüfen, inwiefern das Berliner Pilotprojekt zur Einrichtung von 24 Kabinen mit Hockurinalen auch auf dem Düsseldorfer Stadtgebiet umgesetzt werden kann. Begründung: Die Berliner Toilettenkabinen sind gendergerecht und barrierefrei. Diejenigen, die im Hocken urinieren, können dies in der Öffentlichkeit nur, wenn sie sich dafür hinter einem Busch oder zwischen Autos oder baulichen Elementen verstecken. Alternativen wie die „Urinella“, einem trichterförmigen Hilfsmittel zum Aufsetzen auf die Vulva, sind entweder unhandlich oder kosten Geld. Ebenso ist auch die Benutzung einer Toilette in einem Café oder ähnlichen Einrichtungen nicht kostenfrei.“

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