fbpx

Regierungsviertel: Große Gebäude, großes Kommunikationsproblem

Neben der Kniebrücke sollen zwei 100 Meter hohe Häuser entstehen. Die Bürger:innen können aktuell Sorgen dazu äußern und Fragen stellen – wenn sie denn von dieser Möglichkeit wissen.

Von Christian Herrendorf
Veröffentlicht am 29. Juni 2022
Ehemaliges NRW-Innenministerium Haroldstraße
Das ehemalige Innenministerium (im Bildhintergrund) soll abgerissen und durch zwei Gebäudekomplexe ersetzt werden. Die Stadt weist dort im Moment darauf hin, dass die Bürger:innen sich zu den Plänen äußern können. Foto: Andreas Endermann

Ganz oben, ganz hinten finde ich, was ich suche. Im Technischen Rathaus an der Brinckmannstraße 5 gehe ich zum Gebäude B (Stadtplanungsamt), fahre mit dem Aufzug in die vierte Etage, komme dort an vielen Holztüren vorbei und stehe schließlich vor einer weißen Tafel. An dieser sind mit Magneten zwei Animationen eines Bauprojekts befestigt, ebenso zehn zusammengetackerte DinA4-Blätter. Hier erfahre ich nun, was an der Haroldstraße anstelle des ehemaligen Innenministeriums gebaut werden soll – und frage mich, ob schon Menschen vor mir an dieser Wand gestanden haben.

An der Haroldstraße sind zwei Gebäudekomplexe geplant, einer für das Finanzministerium und einer für die NRW-Bank. Beide Komplexe bestehen aus unterschiedlichen hohen Häusern, die jeweils größten sind 110 beziehungsweise 100 Meter hoch. Zum Vergleich: Das heutige Gebäude misst 39,2 Meter.

Die Haroldstraße vor den Gebäuden wird laut Plan autofrei und ist dann für Radfahrer:innen, Fußgänger:innen und Bahnen reserviert. Der Autoverkehr soll vor allem über die Kavalleriestraße zur Brücke und zum Rheinufertunnel fließen. Nach städtischen Angaben werden in Spitzenzeiten pro Stunde zusätzlich 400 Fahrzeuge in die eine und 350 in die andere Fahrtrichtung unterwegs sein. Zu den neuen Gebäuden wird außerdem eine neue Straße gebaut, die von der Neusser Straße abgeht. Das sind gewaltige Veränderungen, denke ich. Bis zum 5. Juli können Bürger:innen sich dazu äußern – aber wissen sie von dieser Möglichkeit und von den Plänen?

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

Da unser Journalismus werbefrei und unabhängig ist, können wir ihn nicht kostenlos anbieten. Deshalb bitten wir Sie an dieser Stelle darum, unsere Arbeit zu unterstützen und eines unserer Abos abzuschließen (ab 8 Euro pro Monat) oder diesen Artikel einzeln zu kaufen (2 Euro). Sie können per Paypal, Sepa-Lastschrift oder Kreditkarte bezahlen.

Unsere Abos

Artikel einzeln kaufen

Schon Mitglied, Freundin/Freund oder Förderin/Förderer?

Hier einloggen


Lust auf weitere Geschichten?