OB-Kandidaten von 2025: Arbeiten am zweiten Anlauf und auf der Suche nach sich selbst

Vor sechs Monaten hat Stephan Keller die Oberbürgermeister-Wahl in Düsseldorf gewonnen. Clara Gerlach, Fabian Zachel und andere landeten auf den weiteren Plätzen. Mit diesem Ergebnis gehen sie sehr unterschiedlich um.
Veröffentlicht am 16. März 2026
Clara Gerlach und Fabian Zachel mit OB Stephan Keller im Stadtrat Düsseldorf
Im November begann die zweite Amtszeit von Oberbürgermeister Stephan Keller. Seine Herausforder:innen Fabian Zachel (links) und Clara Gerlach gratulierten dazu im Stadtrat.

Die Erkenntnis kommt plötzlich und schnell. Während des Wahlkampfs wirken die meisten Kandidierenden, als seien sie beratungsresistent. Im Rausch der Termine sind die wenigsten in der Lage, innezuhalten, zu reflektieren und ihren Kurs anzupassen. Nach der Wahl und der Niederlage fallen sie erst in ein Loch und fangen dann an, die Lehren zu verarbeiten – in unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

Sechs Monate ist dieser Moment in Düsseldorf nun her. Stephan Keller durfte nach den beiden Runden der OB-Wahl weiterregieren, die anderen mussten sich ab- und zurechtfinden. Wie sie das nach meiner Wahrnehmung tun, beschreibe ich in der folgenden Analyse:

Clara Gerlach
Am Abend der Stichwahl war die Kandidatin der Grünen müde und immer noch euphorisch. „Mit Euch würde ich jederzeit wieder in den Wahlkampf ziehen, auch wenn es morgen früh schon losginge“, rief Clara Gerlach den Parteimitgliedern in der Rede zu, mit der sie Stephan Keller zum Sieg gratulierte.

Die immer noch gute Laune war insofern angebracht, als man das Ergebnis kaum als Niederlage beschreiben konnte. Die 49-Jährige war die erste Grüne, die es in die OB-Stichwahl schaffte, dort holte sie 39,55 Prozent gegen den Amtsinhaber.

Man kann über die Tiefe der „Ja, Clara“-Kampagne sicherlich streiten, über die Wirkung aber nicht. Sie hat die Politikerin sprunghaft bekannter gemacht. Wenn sie nun bei Veranstaltungen auftritt, muss man sie und sie sich nicht mehr erklären. Nach meinem Eindruck weiß das Publikum in aller Regel, wer sie ist. Das gibt Sicherheit, Clara Gerlach erscheint heute noch souveräner. Gewachsen durch Wahlkampf.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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