Eine Welt nach der Röhre

In Reisholz produzierten einst Mannesmann und Vallourec, vor einem Jahr ist dort der Gewerbepark „The Tube“ gestartet. Mittendrin: drei Freunde, die die richtige Idee zur rechten Zeit hatten.
Von Marc Latsch (Text)
und Andreas Endermann (Foto)
Veröffentlicht am 25. März 2026
Firma Solago Industriegebiet The Tube Düsseldorf Reisholz
Innerhalb von vier Jahren hat Janik Nolden mit zwei Freunden aus einer Idee ein Multimillionen-Unternehmen geformt.

Dort, wo 121 Jahre lang Röhren hergestellt wurden, steht Janik Nolden vor einer riesigen Lagerhalle und zeigt in beide Richtungen des Geländes, wo sie noch weitere Flächen angemietet haben. Als 2020 die Geschichte des erst Mannesmann-, dann des Vallourec-Röhrenwerks hier in Reisholz endete, gab es seine Firma Solago noch gar nicht. Was vor vier Jahren mit der Idee dreier Schul- und Uni-Freunde begann, ist heute ein Multimillionen-Konzern mit Dauer-Platzproblem. Mit seinem Photovoltaik-Handel knackten das Unternehmen und seine knapp 200 Mitarbeiter:innen zuletzt erstmals die Viertelmilliarde im Jahresumsatz. Es ist heute einer der größten Mieter von „The Tube“.

Knapp ein Jahr ist es her, dass nach rund 18 Monaten Umbauzeit der neue Gewerbepark in Reisholz eröffnete. Frasers Property, ein internationales Immobilienunternehmen mit Hauptsitz in Singapur, hatte das 14 Hektar große Gelände „nachhaltig revitalisiert“, wie es dort heißt. Teile des alten Areals, wie das unter Denkmalschutz stehende Magazingebäude von 1922, blieben erhalten. Drumherum entstand ein Hallen-Komplex mit 76.900 Quadratmetern heute vollständig genutzter Mietfläche, die sich fünf Unternehmen teilen.

Janik Nolden führt durch den Selbstabholer-Bereich hinein ins Gebäude. Auf Fotos ist zu sehen, wie sich sein Start-up von der reinen Postadresse in Düsseldorf über ein kleines Ladenlokal in Hilden innerhalb kürzester Zeit zu dem Unternehmen entwickelt hat, dem nun die rund 22.000 Quadratmeter in „The Tube“ schon wieder zu wenig sind. „Wir haben permanent Platzprobleme“, sagt Nolden. Bei einem Nachbarunternehmen haben sie Flächen untergemietet, zudem bei anderen Dienstleistern in Solingen und Rotterdam. Und das wenige Monate, nachdem sie erst in einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ mit über 200 Lkw-Fahrten in fünf Tagen von Hilden nach Düsseldorf gezogen waren.

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