Zwei Düsseldorfer in Putins Visier
Im Sommer 2024 änderte sich eine der teuersten Wohnstraßen in einem Vorort von Düsseldorf total: Über mehrere hundert Meter wurden auf beiden Seiten der Fahrbahn die Parkplätze gesperrt und mehrere Kameras installiert. Hinweisschilder informierten über die Maßnahmen und Verbote. Vor einer der Villen entstand ein offener Pavillon, in dem seitdem rund um die Uhr zwei mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten Wache schieben, zurzeit mit einem Gas-Heizstrahler. Sie beschützen den Vorstandsvorsitzenden des Düsseldorfer Konzerns Rheinmetall, Armin Papperger. Dank Putins Krieg gegen die Ukraine ist das Unternehmen zu einem der weltweit größten Anbieter unterschiedlicher Waffen geworden, der Aktienkurs explodierte regelrecht. Im oben erwähnten Haus wohnt der Mann, der seit 2013 an der Spitze des Konzerns steht.
Mordpläne
Aus Geheimdienstkreisen, vor allem aus den USA, war bekannt geworden, dass russische Agenten konkrete Mordpläne gegen deutsche Manager entwickelt hatten. Auf der Todesliste: Armin Papperger. Umgehend fuhr man den Schutz des Managers hoch, und inzwischen wird seine Gefährdungslage wie die von Top-Politikern eingestuft. Friedrich Merz und Boris Pistorius dürften unter ähnlich scharfer Beobachtung stehen. Das Bundeskriminalamt verantwortet diese Aktionen. Bei Papperger sind außerdem stets noch zwei Männer des Werkschutzes vor Ort. Was im Verborgenen abläuft, wird nicht kommuniziert. Aber ganz offensichtlich nimmt man die Warnungen sehr ernst.
Nun gibt es seit Dezember einen zweiten Düsseldorfer im Visier des Kreml: Jacques Tilly, Ideenentwickler und Macher der Mottowagen im Düsseldorfer Rosenmontagszug. Er baut keine Drohnen, Panzer oder Kanonen, aber seine Waffe ist im Grunde mindestens genau so durchschlagsstark: Wenn er den russischen Herrscher mit seinen Wagen aufs Korn nimmt, trifft er mit seinen dreidimensionalen Karikaturen das Thema jedes Mal auf den Punkt.
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