Stephan Kellers Partnerin wird Kämmerin in Neuss
Die Beziehung der beiden Städte Neuss und Düsseldorf ist nicht unproblematisch. Vor allem von der Neusser Seite gibt es immer wieder Misstrauen gegenüber dem sehr nahen und sehr großen Nachbarn, der unmittelbar nebenan auf der anderen Rheinseite liegt. Auf jeden Fall legt die Kreisstadt des Rheinkreises Neuss – das Wort „Rhein“ im Namen ist wichtig – größten Wert auf Eigenständigkeit und möchte sich von der Landeshauptstadt abheben. Nicht nur beim großen Schützenfest im Sommer.
Doch nun wird die Beziehung auf höchster Ebene in beiden Rathäusern neu definiert: Die Lebensgefährtin des Düsseldorfer Oberbürgermeisters Stephan Keller, Meike Folkerts (beide CDU), wird neue Kämmerin in Neuss. Das heißt, sie ist dort künftig die Herrin der Finanzen und damit auf einem sehr einflussreichen Posten. Montagabend war die 40-Jährige zu Gast im Rathaus und hat sich allen Fraktionen vorgestellt. Wie es von dort heißt, gibt es eine breite Zustimmung. Theoretisch könnte sie bei der nächsten Ratssitzung am 12. März bereits gewählt werden. Die CDU (mit 22 Sitzen im Rat) hatte das Vorschlagsrecht für den Posten, die SPD (18 Sitze) trägt die Idee mit. Andere haben ebenfalls genickt, die Mehrheit steht.
Bald keine Fernbeziehung mehr
Die Personalie wird das Privatleben beider verändern. Seit mehr als zwei Jahren führen sie eine Fernbeziehung. Vor allem am Wochenende sind die beiden zwischen Düsseldorf oder Freiburg unterwegs. In der badischen Stadt lebt und arbeitet Meike Folkerts. Die Pendelei ist nun bald vorbei.
Der neue Job wird am 31. März frei, weil der langjährige Stadtkämmerer Frank Gensler (Erster Beigeordneter und Leiter des Dezernats 2 „Wirtschaft, Finanzen und Infrastruktur“ ins Neuss) angekündigt hatte, sein Amt niederzulegen. Mehr als zwei Jahrzehnte leitete er das Ressort. Nun sieht es so aus, dass eine Frau ihm nachfolgt.
Meike Folkerts bringt die nötigen Voraussetzungen mit. Zurzeit ist sie Leiterin eines Referats im Büro des Oberbürgermeisters von Freiburg. Eine Aufgabe in dieser Umgebung half sicher auch der Beziehung zum Rathaus-Chef der NRW-Landeshauptstadt. Denn sie weiß, was diese Aufgabe bedeutet und welche zeitlichen Belastungen er mit sich bringt.
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