Maschinenseele im Krachpalast

Im Kunstpalast gibt es eine Empore, von der die Besucher:innen auf die Ausstellung „Electro. Von Kraftwerk bis Techno“ blicken können. Unsere Autorin hat diese ungewöhnliche Perspektive genutzt, um zu entschlüsseln, was die Schau tatsächlich will. Spoiler: Sie ging wieder runter. Und landete ausgerechnet bei sowas wie Gott.

Von Anne Florack
Veröffentlicht am 15. Dezember 2021
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Blick von der Empore in die Ausstellung "Electro. Von Kraftwerk bis Techno". Foto: Anne Orthen/Kunstpalast

Eben war hier Rambazamba (sagt man das noch?), jeder Heartbeat ein Hard Beat. Jetzt stehst Du unter flirrender Lampe im Obergeschoß. In Deinen Ohren brummt es, Deine Augen gewöhnen sich langsam an das Licht und sehen: Reste in einem leeren Raum. Du ahnst, dass Du stinkst. Dein Blick richtet sich gen Himmel, der in Clubs das Gegenteil von oben ist. Du siehst, was von der Party übrigblieb. Scherben, Pfützen, Kippen, Pillen. Irgendwo glimmt was, woanders verglüht’s. Auch Du. Falls hier jemals geputzt wird, wird es gleich passieren. Hat jemand die Uhrzeit? Morgen ist ja immer erst nach dem Schlafen. Wer hat Deine Jacke für seine gehalten und mitgenommen? Wo sind die anderen? Wie kommst Du nach Hause? War das da hinten eine Ratte?

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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