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Die zufälligste Stadthymne der Welt

Vor einem Jahrzehnt entstand der Song „Düsseldorf“ der britischen Band Teleman. Dass die Musiker die Stadt gar nicht kannten, macht das Ergebnis erst so wundervoll.

Von Marc Latsch (Text)
und Andreas Endermann (Foto)
Veröffentlicht am 12. Januar 2024
Lied Düsseldorf der Band Teleman
VierNull-Fotochef Andreas Endermann hat die Stimmung aus dem Lied "Düsseldorf" in ein Bild gefasst.

„Düsseldorf looms in the cold grey light. I love everyone that I meet tonight“

An den 13. November 2018 kann ich mich noch erstaunlich genau erinnern. Ich hatte Frühdienst und habe danach den Nachmittag auf dem Sofa meiner damaligen Einzimmerwohnung in Flingern verbracht. Abends traf ich mich mit einer Freundin und aß veganes Dürüm in Bilk, was ich ziemlich besonders fand. Danach ging es weiter in den Keller des FFT. Zu dieser Band, von der ich nur dieses eine Lied kannte.

Es war ein paar Jahre zuvor erschienen und hieß wie die Stadt, in der ich mittlerweile wohnte: „Düsseldorf“. Aber es war anders als die sonstigen Lieder, die Städtenamen im Titel tragen und von Wahrzeichen, Rivalitäten, Essen und Trinken handeln. Es hatte nichts Lokalpatriotisches, nicht einmal etwas Folkloristisches. Es stammte von britischen Indie-Musikern, die 2014 auf dem Weg zu einem Auftritt als Vorband in Düsseldorf waren. Nicht einmal aussteigen musste der Sänger, um den Text zu schreiben. Er schaute nur aus dem Autofenster auf diese „kalte, graue“ Stadt.

Das Video zum Lied hat bei Youtube bis heute 1,1 Millionen Aufrufe. Es zeigt anonyme Betonmauern aus einer Stadt, die nicht Düsseldorf ist, und die damals noch vier Bandmitglieder, wie sie im Flur eines Gebäudes auftreten und ein junges Mädchen dazu tanzt. Zwischendurch ist noch eine kurzhaarige Frau zu sehen, die einen Teil des Liedtextes auf Deutsch einspricht. Es ist die Freundin des damaligen Berliner Tontechnikers, der die Band auf ihrer Tour begleitete.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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