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Thomas Geisel attackiert Stephan Keller

Der frühere Oberbürgermeister fühlt sich brüskiert, weil er zu einer Veranstaltung anlässlich der EM 2024 nicht eingeladen worden ist. Auch sonst werde er von seinem Amtsnachfolger bewusst von Terminen ferngehalten, schreibt er in einem Brief an Keller.

Von Hans Onkelbach
Veröffentlicht am 4. Juli 2022
Thomas Geisel am Abend des 13. September 2020: In der ersten Runde der Kommunalwahl lag er hinter seinem Herausforderer Stephan Keller, zwei Wochen später wurde er abgewählt. Nun veröffentlicht er ein Buch über die Amtszeit, die damals zu Ende ging. Foto: Andreas Endermann
Der frühere Oberbürgermeister Thomas Geisel bei einem seiner Auftritte. Er schätzt es, in der Öffentlichkeit zu stehen, und kann es nicht verstehen, dass ihn das Rathaus – nach seiner Einschätzung – nun schneidet. Links im Bild: SPD-MdB Andreas Rimkus. Foto: Andreas Endermann

Thomas Geisel und Stephan Keller duzen sich, aber Freunde waren sie wohl nie – und werden es wohl auch nicht. Vor allem jetzt nicht, denn Geisel hat seinen Nachfolger als Düsseldorfer Oberbürgermeister in einem offenen Brief attackiert. 

Der Anlass: eine Veranstaltung am Montag, 4. Juli. Sie war der Auftakt für weitere Events zur Fußballeuropameisterschaft 2024. Knapp 500 Personen waren in den Innenhof des Rathauses eingeladen, aber Geisel stand nicht auf der Gästeliste. Das klingt nach einer Bagatelle. Nicht für ihn. Von 2014 bis 2020 war Geisel Chef im Rathaus, dann verlor er die Kommunalwahl deutlich gegen den CDU-Herausforderer Stephan Keller. Seitdem hat der Anwalt zwar in einer Kanzlei angedockt, aber dass ihn das ausfüllt, bezweifeln viele. Geisel hat die Wahlniederlage und den Bedeutungsverlust noch nicht überwunden, heißt es aus seinem Umfeld und von zahlreichen anderen Menschen, die mit ihm zu tun hatten oder haben. 

Nun also fühlt er sich brüskiert, da er meint, er habe entscheidend daran mitgewirkt, dass Düsseldorf (auch) Austragungsort der Fußball-EM wird. Und insofern sei es naheliegend, ihn zu einem solchen Event einzuladen.

Das erläutert er ausführlich in einem Schreiben an Keller, dem er auch mitteilt, dass er den Brief öffentlich machen wird. Also bekamen wir bei VierNull ihn – fast zeitgleich – mit dem eigentlichen Adressaten, dem amtierenden Oberbürgermeister. (Den gesamten Brief lesen Sie unten)

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