| auch schon geärgert, dass der Feiertag dieses Jahr auf einen Samstag fällt? Zwei Tage lang nicht einkaufen können und dafür nicht einmal einen Arbeitstag gespart. Na toll! |
|
Egal, immerhin gehört der Tag der Deutschen Einheit im Gegensatz zu Karfreitag, Totensonntag oder Allerheiligen zu den schöneren Feiertagen. Die deutsche Einheit feiert heute ihren 36. Geburtstag, die Teilung ihren 36. Todestag. Und mit ihr auch die einzige Bundeshauptstadt, die NRW je hatte. |
|
41 Jahre lang war Bonn Hauptstadt der Bundesrepublik, damals mit nur vier Stimmen Vorsprung (33:29) gegen Frankfurt durchgesetzt. 1949 ganz bewusst nur als Provisorium zur Hauptstadt gewählt, punktete Bonn als bescheidenes Städtchen statt einer „richtigen“ Metropole, damit niemand den Eindruck bekam, man gebe sich mit der deutschen Teilung ab. Nicht unwichtig war auch der persönliche Einfluss von Konrad Adenauer, der ganz in der Nähe wohnte. Nach der Wiedervereinigung entschied sich der Bundestag 1991 dann denkbar knapp für den Umzug nach Berlin – mit 338 zu 320 Stimmen. |
|
Ganz begraben ist die Regierungsstadt Bonn damit aber auch mehr als dreieinhalb Jahrzehnte später nicht. Von manchen für tot erklärt, aber offenbar nicht totzukriegen: Sie zuckt noch, jeden Werktag, zwischen Bonn und Berlin, immer wenn wieder ein Beamter in den ICE oder ins Flugzeug steigt, um von der heutigen Hauptstadt zur ehemaligen und zurück zu pendeln. Mit dem in der Szene so genannten Beamtenshuttle. |
|
Rund 73 Prozent aller Ministeriumsbeschäftigten arbeiten in Berlin, der Rest, gut jede vierte Stelle, sitzt bis heute am Rhein. Möglich, und bis heute nötig, macht das Pendeln das Berlin/Bonn-Gesetz von 1994: Acht Bundesministerien plus Kanzleramt haben ihren ersten Dienstsitz in Berlin, sechs weitere, darunter Verteidigung, Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit, behalten ihn in Bonn. Jedes Ressort zusätzlich mit zweitem Sitz in der jeweils anderen Stadt. |
|
Und es pendeln nicht nur Beamte, Regierungsbeauftragte und Referierende im Beamtenshuttle, sondern auch jede Menge Papierkram. Als der Bundestag 1999 endgültig nach Berlin ging, transportierten allein im Juli jenes Jahres 24 Güterzüge rund 50.000 Kubikmeter Umzugsgut an die Spree, darunter etwa 36.000 Bücher und elf Kilometer Akten, aneinandergereiht mehr als die Strecke von Bonn bis zum Siebengebirge. |
|
Was der Beamtenshuttle und die Pendlerei bis heute kosten, muss die Bundesregierung alle zwei Jahre dem Haushaltsausschuss offenlegen, im sogenannten Teilungskostenbericht: zuletzt mehr als 10,3 Millionen Euro allein für die Aufteilung der Dienstsitze, davon über 5,9 Millionen Euro nur für Dienstreisen. |
|
Aber genug von Akten und Papierkram. Genießt lieber das doppelte Sonntags-Wochenende zum Entschleunigen, immerhin sitzt heute niemand von uns auf Dienstreise im Beamtenshuttle. Einen schönen Samstag. |
|
Danke, dass Du TachLand liest! |
|
| |  | THEMA DES TAGES | | | | Er ist zurück in NRW: Guter Wolf, böser Wolf | | |  | NRW erlaubt vorerst nur dann, einen Wolf zu töten, wenn ein Schaden zweifelsfrei auf genau dieses Tier zurückgeht und trotz zumutbaren Herdenschutzes entstand. | Quelle: Bernd Thissen/dpa |
|
|
|
Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.
Das Team von TachLand recherchiert in ganz NRW und arbeitet Themen in Ruhe und fundiert auf. Folglich können wir unseren Journalismus nicht kostenlos anbieten. Die Texte von TachLand gibt es ausschließlich im Abo – für 2,99 Euro pro Woche (jederzeit kündbar). Auch VierNull-Leserinnen und -Leser benötigen ein TachLand-Abo, weil es ein zusätzliches Angebot der Redaktion ist.
|
| |
|