hiermit gestehe ich meine Faszination für Ortsnamen auf Schildern von Autobahnabfahrten oder Rastplätzen. Da ich beruflich viel in NRW unterwegs bin, mich auf die Bahn eher gar nicht, aber auf mein Auto immer verlassen kann, verkürzen sie höchst vergnüglich lange Fahrten. Namen – sie sind mehr als Schall und Rauch. Eher witzige Kurzgeschichten. Komme ich an Oelde auf der A 2 vorbei, denke ich an eine legendäre Tageszeitung namens „Die Glocke“. Die hat dort ihren Sitz und heißt wirklich so. Sie ist Ende des 19. Jahrhunderts gegründet worden, somit eine der ältesten Zeitungen Deutschlands.
Portrait von Hans Onkelbach
Hans Onkelbach

Tach,

hiermit gestehe ich meine Faszination für Ortsnamen auf Schildern von Autobahnabfahrten oder Rastplätzen. Da ich beruflich viel in NRW unterwegs bin, mich auf die Bahn eher gar nicht, aber auf mein Auto immer verlassen kann, verkürzen sie höchst vergnüglich lange Fahrten. Namen – sie sind mehr als Schall und Rauch. Eher witzige Kurzgeschichten.

Komme ich an Oelde auf der A 2 vorbei, denke ich an eine legendäre Tageszeitung namens „Die Glocke“. Die hat dort ihren Sitz und heißt wirklich so. Sie ist Ende des 19. Jahrhunderts gegründet worden, somit eine der ältesten Zeitungen Deutschlands.

Bei Lüttgendortmund an der A 40 frage ich mich, was das wohl heißt. Hat es was mit „lütt“, nordisch für „klein“, zu tun? Ja, erfahre ich. Es geht zurück auf einen Ort, der als Klein-Dortmund benannt wurde.

Noch kurioser heißen Rastplätze. Habe ich den mit Namen Morkepütz auf der A 4 hinter mir, weiß ich, dass ich noch rund eine Stunde zu meinem Ziel kurz hinter der NRW-Grenze in Hessen zu fahren habe. Der Lustacker an derselben Autobahn bei Bergisch Gladbach liegt da schon 20 Minuten zurück. Was die Wörter bedeuten? Meist sind es alte Ortsbezeichnungen der Gegend oder mundartliche Namen, lerne ich bei der Recherche auf Internet-Seiten benachbarter Städte.

Auch Pennacker und Leckerhorst an der A 46 bei Iserlohn lassen mich amüsiert, aber ratlos zurück, ähnlich wie Dickenwalze auf der A 45 bei Lüdenscheid.

Eindeutig, jedenfalls für Kenner der Unter-Tage-Sprache, dagegen der Flöz Mäusegatt an der A 45 bei Dortmund: Da geht es um den Kohlebergbau und ein so benanntes Abbaugebiet. Letzter Heller (eine Raststätte an der A 33 bei Bad Wünnenberg) ist garantiert ein Witz – ein bisschen Geld sollte noch übrig sein, wenn man Pause gemacht hat.

War ich weiter weg, freue ich mich, wenn ich an der Grenze zu unserem Bundesland das Schild mit dem ganz einfachen „Willkommen in Nordrhein-Westfalen“ und dem Landeswappen sehe.

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Dein Hans Onkelbach

 

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