| es ist wie ein Naturgesetz. Auf Schokolade bekomme ich meistens Lust, wenn die Läden zu haben. Die Lösung ist der Kiosk, wie für eigentlich alles im Leben. Ich habe noch das „Büdchen“ aus meiner Kindheit in Essen vor Augen. Ein Eckhaus mit Langnese-Herz und Winfield-Känguru an der Fassade. Bei jedem Haribo-Schlumpf, der in meine Tüte wanderte, nannte der Inhaber geduldig den Centbetrag. Später verkaufte er mir die Bravo. Vor fünf Jahren schloss er für immer. |
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Neulich war ich in einem Automaten-Kiosk. Ein Ladenlokal, kein Verkäufer und mehrere Automaten mit Energydrinks, Chips oder Tiefkühlpizza. Man tippt auf einen Bildschirm, hält die Karte ans Lesegerät. Die Spirale drehte sich und der Riegel plumpst ins Fach. Eine einsame Angelegenheit. |
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Seit einiger Zeit schießen diese „Smart Stores“, wie sie heißen, nur so aus dem Boden. Kein Wunder: Personal ist rar und teuer. Die Entwicklung ist schleichend, aber stetig. Beim Essengehen kann man die Bestellung oft selbst eintippen. Die Speisenkarte hängt als QR-Code am Tisch. Einkaufen geht schon lange, ohne ein einziges Wort zu sprechen. Andererseits: Selbstbedienung heißt weniger Anstehen, meine Kopfhörer dürfen drinbleiben – und Automaten-Läden erlauben Schokoladen-Gelüste auch zu absurden Zeiten. |
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Aber ist es überhaupt erlaubt, dass sie rund um die Uhr offen haben, auch sonntags? In NRW ja: Das Ladenöffnungsgesetz gilt für Automaten-Kioske nicht, haben das Oberverwaltungsgericht Münster und das Verwaltungsgericht Köln entschieden. In Hamburg und Hessen urteilten Gerichte nach ihren Landesgesetzen anders, dort mussten Läden ohne Personal sonntags schließen. Die NRW-FDP wollte die Ausnahme deshalb ausdrücklich ins Gesetz schreiben. Doch die Landesregierung sieht keinen Bedarf. Jede neue Regel für solche Läden brächte mehr Bürokratie und Arbeit für die Ordnungsämter, sagte Wirtschaftsministerin Mona Neubaur im Landtag. |
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Nun heißt es in gefühlt jedem Wort zum Sonntag und jeder KI-Debatte, wie wichtig der Mensch in allen Prozessen doch bleibt. Manchmal frage ich mich aber dabei, ob ich mit Blick auf das Weltgeschehen nicht manchem Vertreter unserer Spezies vielleicht einen seelenlosen Steak-Automaten vorziehen würde. Scherz beiseite. Steak-Automaten? Die gibt es wirklich. In der Eifel etwa, hat eine Metzgerei Automaten aufgestellt, weil sie nur schwer Leute für ihre Öffnungszeiten findet. Das erzählt mir Philipp Piecha von der IHK Aachen, zuständig für Tourismus und Gastgewerbe. Kommt eine Wandergruppe abends spät an, könne sie sich dort noch „verschiedenste Produkte ziehen“. |
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Macht also der Automat einsam? Oder die Leere rundherum? Auf dem Land hielten solche Angebote wie smarte Supermärkte „Frequenzpunkte am Leben“, sagt Piecha. Sie könnten einen Gegentrend bewirken – und vielleicht dazu beitragen, dass mehr junge Leute bleiben. |
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| |  | THEMA DES TAGES | | | | Landgasthöfe: Letzte Runde im Dorf? | | |  | Fast jeder dritte Gasthof in NRW ist zwischen 2019 und 2024 verschwunden. | Quelle: dpa |
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