Donnerstag, 22. Oktober 2026
 

+ Yoga und Kuchen: Trauern, ohne zu erklären + Wie Düsseldorf auf Krisen vorbereitet ist + Zwei Wochen Gleisbau in Derendorf + 

 
 
  
Guten Morgen ,

wer bin ich, das hier zu schreiben? Ich weiß nicht, wie es ist, die eigene Mutter zu
verlieren
. Meine kann ich anrufen, während ich an dem Versuch scheitere, ihre fantastische Kürbis-Quiche nachzubacken. Dass das irgendwann nicht mehr geht, weiß ich. Vorstellen kann ich es mir nicht. Die schrecklichsten, unfairsten Dinge begreift man erst richtig, wenn man sie selbst erlebt.

Das ist eine der Gemeinheiten von Trauer, erzählt mir Lara Pritzl: Sie kann isolieren. Andere Menschen können noch so sehr mitfühlen. Am Ende haben sie alle keine Ahnung.

Lara Pritzl ist 30. Ihre Mutter ist im Februar vergangenen Jahres gestorben. Drei Monate später war Muttertag. Die Düsseldorferin wollte ihn nicht bei der Familie ihres Mannes verbringen, „weil da alle noch ihre Mama haben“. Also fragte sie im Netz, ob es andere Frauen in ihrem Alter gibt, die ihre Mutter verloren haben – und ob sie den Muttertag mit ihr verbringen wollen. Es kamen zwölf. Sie knüpften Armbänder und ließen Luftballons steigen.


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Ihre Gesa Born

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