Mittwoch, 02. September 2026
 

 + Mein neues Leben zwischen Reisemobilisten + Was beim Drogenhilfezentrum jetzt passiert – und was nicht + Ticket-Verkauf fürs Straßenbahn-Derby läuft +

 
  
Guten Morgen ,

vor ein paar Jahren habe ich ein neues Wort gelernt. Ich hatte gerade meinen vorherigen Job gekündigt und wollte die gewonnene Zeit nutzen, um mit meiner Freundin ans Nordkap zu fahren. Wir durchstöberten ein paar Bücher, um unsere Route zu planen und die Reise vorzubereiten. In einem von ihnen wiederholte der Autor immer wieder dieses eine Wort, um eine Gemeinschaft aus ihm und uns aufzubauen. Wir alle wurden zu Reisemobilisten. Und er wusste genau, was die sich von einem Urlaub wünschen.

Ich stand dem Konzept Wohnmobil stets skeptisch gegenüber. Campingplätze kannte ich nur von „Die Camper“ und so in etwa stellte ich mir die dieses Hobby praktizierenden Menschen auch vor. Von Autos wusste ich nur das, was es braucht, um eins zu fahren. Wichtige Bestandteile von Urlaub waren für mich, nicht selbst kochen und nicht selbst spülen zu müssen. Meiner Freundin ging es da anders. Ihre Eltern haben sich in ihrem Leben einmal durch die Camping-Urlaub-Produktpalette gekauft – und auch sie hatte sich gerade ihren großen Traum erfüllt: einen zum Camper umgebauten VW-Bus.
 
Wir verbrachten dann wunderschöne fünf Wochen in Schweden, Finnland und vor allem in Norwegen. Eine Zeit, die seitdem beinahe jeden Urlaub für uns versaut, weil er am direkten Vergleich scheitert. Die viele Fahrerei war mitunter mühsam. Doch wir kamen an Orte, die wir ohne eine fahrbare Unterkunft nie besucht hätten. Und durch das Jedermannsrecht, das einem das Übernachten in der Natur ermöglicht, vermieden wir doch sehr oft volle Campingplätze. Ich verstand, warum sich Menschen für diese Art des Reisens entscheiden.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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