Dienstag, 14. Juli 2026
 

+ Urteil im Meerbar-Prozess + Theo Fitsos sucht einen neuen Leichenwagen + Zielgerade für Düsseldorfer Open-Air-Sommer +

 
  
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am Ende gaben sie noch einmal alles. Das Plädoyer der Verteidigung wurde zu einem nicht enden wollenden Vortrag über all die widersprüchlichen Aussagen der Prozessbeteiligten und die Rechtstheorie-Frage, wann man noch von Notwehr sprechen könne. Das letzte Wort des angeklagten Meerbar-Türstehers war da deutlich direkter. „Warum bin ich unschuldig, wenn ich mich erschießen oder erstechen lasse? Und wenn ich mich wehre, bin ich schuldig“, fragte der 49-Jährige. Es half alles nichts.

Acht Jahre wegen versuchten Totschlags in zwei Fällen, gefährlicher und schwerer Körperverletzung in jeweils einem Fall, lautete das Urteil. Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass der Anklagte nach einem Streit um seine Türpolitik mehrfach auf einen 54-Jährigen und einen 19-Jährigen schoss. Dabei wurde dem Angeklagten vor allem der allerletzte Schuss zum Verhängnis. Er traf den 54-Jährigen in den Hinterkopf und hinterließ ihn mit schweren Folgeschäden. Da half auch alle Rechtstheorie nicht, um das Gericht in diesem Fall noch von einer Notwehr zu überzeugen.

Dass sich die Schuldfrage insgesamt nämlich durchaus kompliziert darstellt, hatten die Wochen dieses Prozesses gezeigt. Klar blieb, dass alles mit einer Banalität begonnen hatte. Zwei Jugendliche, die feiern wollten, in einen vollen Laden nicht mehr hineinkamen und sich dann in ihrer Ehre verletzt fühlten, waren der Beginn einer Aneinanderreihung völlig falscher Entscheidungen. „Es bleibt zu sagen, dass das alles sehr traurig ist“, sagte der Richter nach der Urteilsverkündung. Wegen des gekränktes Stolzes eines jungen Mannes sei ein Mensch schwer behindert und ein anderer in Haft.

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