Mittwoch, 08. Juli 2026
 

+ Noch mehr Abschiebungen aus Düsseldorf + Tuchtinsel: Macht sie zu einem Ort, an dem Menschen gern bleiben + Oberbilk vor dem WM-Höhepunkt + 

 
  
Guten Morgen ,

2934 Menschen sind im Jahr 2025 vom Düsseldorfer Flughafen abgeschoben worden. Das sind noch einmal 119 mehr als im Vorjahr und weiterhin der allergrößte Anteil aller Abschiebungen aus Nordrhein-Westfalen. Nach dem Flughafen in Frankfurt bleibt Düsseldorf damit der zweitwichtigste Standort für diese Maßnahmen in ganz Deutschland. So steht es im Jahresbericht der unabhängigen Abschiebungsbeobachtung NRW, der gestern im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt wurde.

Den deutlichsten Anstieg gab es im vergangenen Jahr bei den Einzelabschiebungen, die von den Abschiebebeobachter:innen der Diakonie, die sich zu zweit eine Vollzeitstelle teilen, nur sehr selten in den Blick genommen werden können. Durch das Ziel höherer Abschiebezahlen gerate das Schutzinteresse des Einzelnen zu oft in den Hintergrund, sagt Abschiebebeobachter Mert Sayim. „Das Wohl der Kinder bei Abschiebungen steht aus unserer Sicht immer noch nicht ausreichend im Mittelpunkt.“ Insgesamt 70 Fälle wurden in dem seit dem Jahr 2000 aus staatlichen und nichtstaatlichen Akteur:innen bestehenden „Forum Flughäfen in Nordrhein-Westfalen“ (FFiNW) auf Anregung der Abschiebungsbeobachtung diskutiert.
 
Dabei ging es oft um organisatorische Probleme wie fehlendes Gepäck, Sprachmittler oder ungeklärte Geldfragen. In 20 Fällen spielten aber auch Kinder eine Rolle. Sie wurden Zeugen körperlicher Durchsuchungen der Eltern, von Zwangsmaßnahmen oder von ihrer Familie getrennt. Sayim fordert verpflichtende Schulungen für alle Mitarbeiter:innen der Ausländerbehörden. Etwas, das bei der Bundespolizei, die für den letzten Teil der Abschiebungen am Flughafen zuständig ist, schon Standard ist.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

Unser Journalismus ist werbefrei und unabhängig, deshalb können wir ihn nicht kostenlos anbieten. Sichern Sie sich unbegrenzten Zugang mit unserem Start-Abo: die ersten sechs Monate für insgesamt 1 Euro. Danach kostet das Abo 10 Euro monatlich. Es ist jederzeit kündbar.

Start-Abo: 6 Monate für 1 Euro

Schon Mitglied, Freundin/Freund oder Förderin/Förderer?

Hier einloggen

facebook icon instagram icon linkedin icon
© 2026 VierNull Media UG. Alle Rechte vorbehalten. Der Newsletter ist urheberrechtlich geschützt.
Jede Verwertung bedarf der vorherigen schriftlichen Genehmigung von VierNull Media UG.