Donnerstag, 28. Mai 2026
 

+ Das virale Ende des Taxitellers + Uhrenraub-Prozess – Ein paar Sekunden für Hunderttausende Euro + 709-Unfall: Weitere Details zur Ursache +

 
  
Guten Morgen ,

eine der schönsten Fragen, die mein Freund mir stellen kann, hat nur zwei Silben. Sie lautet: „Spichi?" Der Döner am Spichernplatz ist unser Stadtteil-Liebling in Derendorf. Hinter dem Tresen wird man begrüßt, als käme man nach Hause. Die Saucen werden selbst angerührt, das Lahmacun frisch geknetet, bevor es in den Ofen kommt, und der Chef merkt sich die Schärfe-Präferenzen der Stammgäste. Die neuen Döner-Ketten der vergangenen Jahre gehören Ex-Bundesligaprofis oder heißen so ähnlich wie Netflix-Serien. Egal, was sie sich ausdenken. Kein Vergleich zum Spichi.

Dabei würde den Spichernplatz an sich wohl kaum jemand als „schön" bezeichnen. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Häuser rund um den Platz zerstört. Rheinmetall-Borsig, eines der größten Rüstungsunternehmen der NS-Zeit, betrieb sein Werk an der Rather Straße, rund 500 Meter vom heutigen Spichi-Döner entfernt.

Seitdem haben sich hier über sechs Jahrzehnten westdeutscher Nachkriegsästhetik angesammelt. Unrenovierte Pavillons und Schilder, die sich gegenseitig überbieten: Die Pizzeria Vrella mit Trikolore-Buchstaben. Links „Pizzeria", rechts „Nudelhaus". Der türkische Supermarkt Deniz Market mit roter Schrift und Palmen-Piktogrammen. Vier, fünf verschiedene Schriftarten auf engstem Raum. Niemand hat diesen „Look" entworfen. Deshalb ist es einer.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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