Mittwoch, 04. März 2026
 

+ Mein langsamer Abschied von den Toten Hosen + Stephan Kellers Partnerin wird Kämmerin in Neuss + Düsseldorf ist NRWs Kriminalitäts-Spitzenreiter +

 
  
Guten Morgen ,

als ich 14 war, war mein Freundeskreis musikalisch zweigeteilt. Die einen hörten am liebsten Nu Metal, die anderen Deutschpunk und Deutschrock. Die zweite Gruppe, zu der auch ich gehörte, teilte sich wiederum in drei Unterströmungen auf. Für die Mehrheit waren Die Ärzte das Allergrößte. Was ich nachvollziehen konnte. Andere hielten die Böhsen Onkelz für von der Gesellschaft missverstandene Helden. Wogegen ich leidenschaftlich diskutierte. Für mich stand ohnehin fest: An Die Toten Hosen kommt keine andere Band heran.

Als am Montag meine Jugendhelden ihr allerletztes Studioalbum „Trink aus, wir müssen gehen!“ für den 29. Mai ankündigten, war das keine Überraschung mehr. Die bewusst zweideutigen Videos zur aktuellen Tour, die letzte Argentinien-Reise. Es war klar, dass da jemand seinen langsamen Abschied vorbereitet. Und doch musste ich gleich an mein 14-jähriges Ich denken, für das es ein ganz schöner Schock gewesen wäre. Die Ärzte hatten vor zwei Jahrzehnten ihre erste Trennung längst hinter sich, die Onkelz lösten sich gerade auf. Nur die Hosen, die waren irgendwie immer da. Ein Ende unvorstellbar.

Ich kann aus heutiger Sicht nicht mehr genau nachvollziehen, warum gerade sie damals meine Lieblingsband wurden. Dass ich einmal nach Düsseldorf ziehen wurde, wusste ich noch nicht. Lokalpatriotische Gründe fielen also weg. In meiner Erinnerung wurde die Musik der Band zu dieser Zeit melancholischer, als sie es zuvor war. Das traf sich ganz gut mit meinen Teenager-Ich, dass (vielleicht zurecht) vergessene Lieder wie „Herz brennt“ abends auf dem MP3-Player in Dauerschleife hörte.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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