Donnerstag, 22. Januar 2026
 

+ Winter lernen + Wenn Stille kein Frieden ist + Blanco auf der „boot” +

 
  
Guten Morgen ,

„Schick den Winter in die Wüste” lese ich in der Stadt auf dem Werbeplakat eines Reiseanbieters. Ein anderer fordert: „Sommerlaune statt Winterstille”.

Ein Freund von mir verduftete nach Teneriffa. Ein anderer verabschiedete sich für zwei Monate – zwei Monate! – nach Thailand. Ich dagegen schnappe mir abends unsere Hündin Elli, starte das Auto und bin eine Stunde später in dem Dorf am Nordrand des Ruhrgebiets, wo der Hof der Familie meiner Frau liegt. Der Plan: Am Morgen, Kaffee in der Hand, mit Elli übers Ackerland neben dem Hof spazieren, wo gerade dickes Gras wächst. Elli beim Rennen zuschauen, beim Spuren wittern und Haken schlagen. Rehe beobachten, wie sie urplötzlich auftauchen und von hier nach da flitzen, manchmal quer über den Acker. Am Himmel Mäusebussarde und Habichte. Mit einem Wort: Kurzurlaub. Im Januar wichtiger denn je.

Von allen Monaten gilt der November als der unbeliebteste. Dabei ist der Januar noch viel schlimmer. Eigentlich sollen die Tage länger werden, doch das halte ich für ein Gerücht. Sie sind vorbei, ehe sie richtig begonnen haben. Die Gesichter der Menschen: blass wie Mozzarella. Neulich war ich in der Füchschen-Alm auf dem Corneliusplatz, bei schönstem Winterwetter. Ringsherum alles Weiß, Lichtergirlanden ohne Ende. Die Irren, die die Welt beherrschen, schienen ganz weit weg. Wäre ich mir nicht sicher gewesen, in Düsseldorf zu sein, ich hätte mich in den Bergen gewähnt. Inzwischen ist die Alm, eine Pop-up-Alm, leider wieder abgebaut – ein Zufluchtsort weniger, wenn einen das Bedürfnis nach Eskapismus überkommt. Und der Februar, der grausamste Monat, weil der Frühling so nah scheint, jeder Februar-Tag aber erstmal durchlebt sein will, liegt erst noch vor uns.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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