Mittwoch, 07. Januar 2026
 

+ Kollegah setzt auf Rechtsaußen + Lücken und Hoffnungen im städtischen Haushalt + Die Rheinbahn wechselt ihren Fahrplan +

 
  
Guten Morgen ,

eine schwarz-rot-goldene Flagge im Wind, ein Adler, ein Mann der durch den Schnee stapft. „Hallo Deutschland, ich wollt’ dir was sagen. Lange her sind die goldenen Tage. Politiker am Lügen und das Volk ist am Schlafen“, rappt er. Rund dreieinhalb Minuten lang geht das so weiter. Ein älterer Mann sitzt seufzend auf einem Bett, ein kleines Mädchen schaut traurig in die Kamera, einer Frau laufen Tränen über die Wangen. Dazwischen: Aufnahmen von Amokläufen, Gewaltattacken und Felix Blume, der oben auf dem Gipfel steht und rappt „Wär ich Kanzler, würd' ich für Deutschland kämpfen bis aufs Blut“.

Kollegah, wie sich Blume bis zu seinem neuen Album mit dem im Dezember veröffentlichten Lied „Deutschland“ vorrangig nannte, ist so etwas wie das Stiefkind der Düsseldorfer Musik. 2007 zog er in die Stadt, die gerne stolz auf Kraftwerk, die Toten Hosen und die Broilers ist. Dabei hat Kollegah seitdem kommerziell die wohl größten Erfolge gefeiert – mit allein acht Nummer-eins-Alben seit 2014. Dass er es nicht zum Stolz der Stadtgesellschaft geschafft hat, liegt dabei weniger am Status als Zugezogener als an seinem Hang zum kalkulierten Tabubruch.

Er rappte verherrlichend über Vergewaltigungen, gab sich homophob, spielte mit Bezügen zum Nationalsozialismus und bediente mit großer Vorliebe antisemitische Verschwörungserzählungen. Da war der Weg nach Rechtsaußen nicht mehr weit, selbst wenn Kollegah vor einigen Jahren noch an einem Lied mitwirkte, in dem die AfD als größter Feind bezeichnet wurde. Nach „Deutschland“ outete sich nun sogar Maximilian Krah als Kollegah-Fan. „Die kulturelle Hegemonie für rechts kommt aus der Popkultur – sage ich seit langem!“, schrieb der bei „X“.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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