Montag, 10. November 2025
 

+ Wenn Kinder am Tag ihrer Geburt sterben + Rheinbahn-Umbruch kontra Papst-Vertrag + Thema Oper: Kulturdezernentin Miriam Koch kommt zur VierNull-Matinee +

 
  
Guten Morgen ,

mehrmals im Monat spaziere ich durch die Waldruhestätte in Büderich. Sie ist Teil des Meererbusch, unter hunderten Bäumen ist dort die Asche von Verstorbenen begraben. Auf kleinen grünen Plaketten am Stamm liest man die Namen plus Geburts- und Todestag. 

Am meisten berührt mich die Stelle, an der Spielzeuge liegen, bunte Steine und Blumen auf dem Boden. Anders als bei den anderen wird dies nicht weggeräumt. Weil man diesen Ort der Trauer und vor allem die dort Trauernden schützen, Verständnis zeigen will für den Abgrund der Gefühle, in den sie gestürzt sind.

Liest man dort die Einträge, wird klar, warum: Fast immer sind Geburts- und Todestag identisch. Manchmal liegen wenige Tage dazwischen, eher selten Wochen. Mit anderen Worten: Die Kinder, an die erinnert wird, sind gestorben an dem Tag, als sie zur Welt kamen. Manche wurden tot geboren, was Vater und Mutter vorher wussten. 

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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