Donnerstag, 30. Oktober 2025
 

+ Sprachliche Pampe: Wenn KI Stilblüten generiert + Der auffällig leise Abgang des Andreas Hartnigk + Der Nase nach: Ausstellung von Düften  +

 
  
Guten Morgen ,

sind Sie manchmal von sich selbst gelangweilt? Von Gedanken, die Sie anfangs fesseln, sich dann abnutzen und trotzdem immer wiederkehren? Ich erinnere mich daran, wie ich die Serie "Twin Peaks" entdeckte, die mich faszinierte. Es war schlimm. Vor allem für mein Umfeld. Über Monate nahm ich in jedem Gespräch die gleiche Abkürzung: „Das ist ja wie bei Twin Peaks.“ Ein ähnliches Detail reichte, und ich sah jeden Film, jedes Buch, jede Serie nur noch durch diese Brille.

Das Phänomen kennt wohl jeder: selektive Wahrnehmung. Wer eine rote Jacke kaufen will, sieht sie plötzlich überall. Algorithmen im Internet verstärken diesen Effekt. Ich versuche, dagegen anzusteuern.

Aber ich muss zugeben: In den vergangenen Monaten bin ich wieder an etwas klebengeblieben. In gefühlt jedem Artikel, Social-Media-Post oder Newsletter fiel mir eine gewisse Satzkonstruktion auf: „Nicht weil es leicht war, sondern weil es sich richtig anfühlte.“ Oder: „Ich sage das nicht theoretisch, sondern aus Erfahrung.“ In einem Artikel hieß es: „Ich fürchte mich, etwas zu verpassen. Nicht irgendwas, sondern den Höhepunkt meines Lebens.“

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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